Das Leiden der Gänse

Jeden 11. November wird der Martinstag gefeiert. Und jedes Jahr werden wieder unzählige Gänse nur für diesen Brauch gezüchtet und verzehrt. Doch viele Tierschutzorganisationen warnen vor dem traditionellen Einkauf, denn oft kommt der Tierschutz zu kurz. 80% der in Deutschland gekauften Martinsgänse kommen aus der Massentierhaltung. Den Tieren wird mit einem Schlauch Futterbrei in den Magen gepumpt, um der Menge an benötigten ausgewachsenen Gänsen gerecht zu werden. Eigentlich ist diese Art von Zucht in Deutschland und Österreich verboten, doch der Großteil der Gänse wird importiert.
Das Leid der Gänse geht aber über den Martinstag hinaus. Pölster, Decken, Daunenjacken – die Federn dieser wunderschönen Tiere sind hochbegehrt. Doch beim der Kauf genannten Produkte muss einem klar sein, dass er mit dem Leid der gerupften Vögel verbunden ist. Die EU hat zwar verboten, Gänse lebend zu rupfen, aber es gibt eine Ausnahme, den sogenannten „Mauserrupf“.
Als Mauser wird die Zeit bezeichnet, in der Gänse ihre alten Federn abstoßen, dass bedeutet, dass die Daunen besonders locker sitzen. Aber auch beim Mauserrupf werden die Tiere schwer verletzt und gequält. Vor allem in Ländern, wie Polen, Ungarn und China, ist dies Standard. Bis zu viermal in ihrem kurzen Leben werden die Gänse lebend gerupft, die Federn werden vom Hals weg bis zum Bauch und dem Rücken heruntergerissen. Die Tiere erleiden dabei aber schwere Verletzungen, diese Wunden werden vor Ort ohne Betäubung sporadisch genäht.
Die Tierschutzorganisation fordert seit Jahren ein Verbot gegen den Mauserrupf. Es wurden durch etwaige Kampagnen bereits große Erfolge erzielt, beispielsweise wurde der Lebendrupf in Polen um 90% verringert. Dadurch verschiebt sich die Praxis des Lebendrupf weiter in den Osten, vor allem in China wächst der Handel mit Daunen aus einer Zucht mit Lebendrupf.
Doch auch hinter der Alternative vom Totrupf versteckt sich Tierquälerei, zum Beispiel werden Graugänse in der Stopfleberproduktion mit riesigen Mengen an Futter zwangsernährt und gemästet. Die einfache Alternative für Konsumenten wären Synthetikprodukte. Diese sind billiger, feuchtigkeitsresistent und für Allergiker unbedenklich. Eine weitere Möglichkeit wäre der Umstieg auf Kapok, eine Pflanzenfaser aus Palmen.
Den Kauf von Daunenprodukten oder Gänsen zum Martinstag sollte man sich also zweimal überlegen und wer den alten Bräuchen wirklich Folge leisten will, sollte darauf achten, Gänse aus artgerechter Haltung zu kaufen.

verfasst von: Jan Eisinger

martini

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